Die große Reise in das große Land der Dichter, Schachspieler und Brennereien steht kurz bevor... mit einer Mischung aus Freude, Spannung, Aufregung und Neugierde werde ich nun ein Jahr, in der nördlichsten Millionen Stadt der Welt, St. Petersburg verbringen. Ich hoffe Euch an dieser Stelle regelmäßig etwas erzählen zu können ;) Möge das Abenteuer beginnen...

Dienstag, Oktober 31, 2006








Metro fahren in St.Petersburg


während auf den Straßen ein Schneesturm wütet, sitze ich gemütlich mit nem Tee am Rechner und werde mal über das Abenteuer "Metro-fahren in Petersburg" berichten.

Vorab einige Informationen zum Metrosystem:


Schon zu Anfang des 20.Jh bstanden Pläne, eine Metro zu bauen, doch erst 1940 begannen die Bauarbeiten, die durch den Krieg unterbrochen wurden. Sumpfgebiete und die Flüsse Peterburgs erwiesen sich als schwieriges Hindernis. Die Metro liegt besonders tief, so dass man auf den langen Rolltreppen oft weder Anfang noch Ende sehen kann.

Man fährt sicherlich 3min nur Rolltreppe ( nur runter;) und das gleiche dann wieder hoch. Daher kann es manchmal vorkommen, dass man länger Rolltreppe fährt, als mit der Metro;)

































Im November des Jahres 1955 wurde die erste Teilstrecke eröffnet, Zwischen den Stationen Ploschadj Wosstanija ( da wohne ich ) und Awtowo liegen die schönsten "Paläste des Volkes". So werden die schönsten und prunkvollsten Metrostationen genannt. Denn die Zaren bauten sich damals riesige Anwesen und im 20.Jh. wurde dann endlich mal etwas schönes für das Volk gebaut.










am frühen morgen, sind die Stationen wie ausgestorben;)



















Inzwischen ist das Metronetz auf ca 90 Stationen gewachsen und ein Ende ist noch nicht in Sicht.
Weil ich Euch natürlich auch mit Bildmaterial vrsorgen wollte, bin ich letztens mit meiner Kamera losgeogen um einige schöne Schnappschüsse aufzunehmen.
Doch das das Fotografieren VERBOTEN ist, konnte ja keiner wissen. Sofort wurde ich (mal wieder) festgenommen (Erinnerungen an Weiß-Russland erwachten) und erst mal verhört. Und natürlich auch mit Polzei und Arbeitslager in Sibieren gedroht. Doch konnten wir uns auf eine Geldstrafe einigen...
Darauf wurde mich auch das Verbotsschild gezeigt, hinter 22Ecken versteckt und natürlich klein gedruckt...
Was ich nicht alles auf mich nehme, damit ihr einen Eindruck dieses atemberaubenden Metrosystem erhaltet. Ich hoffe, dass Ihre diese wohl seltenen Aufnahmen zu schätzen wißt !!!!
Es wird vermutet, dass die Russen ihr Metrosystem so schützen, weil es noch zum Teil dem Militär als Bunkersystem dient...


Was mich von der Erste Metrofahrt an fasziniert hat, ist die Kunst, während der Fahrt zu schlafen. An dieser Stelle muss erwähnt werden, dass es im Inneren der Züge nicht so schön leise ist wie es in deutschen U-Bahnen der Fall ist.

Der classicer
: im sitzen schlafen
Advanced-mode: im angelehnten Zustanden zu schlafen
Profi mode: einfach so - freihändig;) - zu schlafen
Bin noch beim Typ eins aber bin fleißig am üben - fahre tägliche 20min zur Uni;)





























tagsüber ist so einiges los in den Metros und den Stationen...













Frau Holle lässt es in Petersburg schneien!!!





Nach einigen Tagen funkstille melde ich mich mal wieder.
Es ist unfassbar, gestern noch „super“ Wetter für Petersburger Verhältnisse – Sonnenschein und kühlen Wind

die folgenden Bilder entstanden am Strand der Peter-Paul-Festung am Ufer der Newa:

















und heute

fällt dann der erste Schnee.
Wir waren gerade mal wieder unterwegs um eine Lerneinheit: Russisch im Alltag durchzuziehen – waren wieder in der riesen Mall Winterklamotten einkaufen und als wir den Komplex verließen – SCHNEE







Petersburg am Abend mit Schnee – einfach toll




Viele

aus Petersburg

Montag, Oktober 23, 2006


Zwei ereignisreiche Tage


Samstag:

Aufgrund unserer Vorlesung am Samstagmorgen, haben wir auf einen Ausflug in das Nachtleben verzichtet, aber das hatte ich schon geschrieben.
Es war gut, dass wir nicht Nacht nicht zum Tage gemacht haben. Denn unsere liebe Professorin für Internationales Marketing, eine Dame im Alter von ca.65 Jahren, beschloss kurzer Hand das doppelte an Vorlesungen zu lesen. Eine Sauerei, wenn man schon einen vollen Tagesplan hat. Wobei an dieser Stelle zu erwähnen ist, dass Sie die letzten 2 Wochen ausgefallen ist – ohne „Ankündigung“! Also sind wir die letzten zwei Samstage MORGENS umsonst aufgestanden und zur Uni gefahren.

Uni überstanden und schon ging es mit unserem Programm:

„Rüste dich für den Winter!“

Radek hatte sich die Woche zuvor schon eine Winterjacke besorgt, nun galt es für mich eine zu finden. Denn leider sind meine Winterjacken aus Deutschland, während des „nie endenden Umzug“ im Nirgendwo verschwunden. Radek brauchte noch Pullis….

Für dieses Abenteuer sind wir in den Norden der Stadt gefahren, denn dort hab es ein typisch russisches „Kaufhaus“ und eine „Mall“ nach amerikanischem Vorbild.
Ein russisches Kaufhaus besteht aus einem riesen Gebäude mit gaaaanz vielen kleinen Geschäften für Klamotten. Eine Auswahl – zum umfallen.


Dann ging es weiter zu der schon erwähnten Mall – mit gratis Bussen;)
Von Außen wie von Innen ein prächtiges, nach westlichem Vorbild, errichtetes Gebäude. Die Preise größten teils günstiger als bei uns, aber auch hier gab es natürlich Geschäfte für die „neureichen Russen“. Wie auf dem Bild zu sehen, sehr schön ausgestattet, mit Palmen, kleinen Flüssen, Marmor und vielen Kleinen Cafes und Bars.

Hier noch eine kleine Anzahl an Bildern:









Nach knapp 8 Stunden von einem Geschäft ins andere, eine Jacke nach der anderen anziehen, konnte sich der Radek mit einigen Klamotten eindecken und auch ich fand meine Jacke für den russischen Winter.




Sonntag:

Auch am Sonntag ging es ( ein wenig widerwillig ) für ausm Bett.
Denn Radek, Mattias und ich waren mit einigen Zivis zu Tonaufzeichnung für einen russischen Kriegsfilm geladen.
Nach einigen wenigen Ausflügen in die deutsche Filmbranche ;), ist die Branche für mich nichts neues mehr (hahaha). Jedoch sollte es sich dieses Mal um einen Kinofilm handeln, den wir mit unseren Stimmen stärken durften.

Kurz zur Vorgeschichte, die Produktionsfirma ist an denn DAAD heran getreten, weil sie für einige Szenen Deutsche brauchten, die den denn deutschen Soldaten ihre Stimme leihen. Und weil der Matze einige der Zivis kennt und die nicht genug waren, waren wir mit im Boot

Treffpunkt war an einer Metrostation im Westen Petersburgs, von dort ging es per Shuttleservice irgendwohin. An dieser Stelle kamen die ersten bedenken, was das wohl für nen Film ist.. wurden irgendwo hingefahren. Das Tonstudio war dann in einer, von außen „ganz normaler“ wirkender Wohnung untergebracht. Doch war diese Wohnung mit allerhand Technik voll gepackt.
Die Crew war sehr nett und es ging sofort los mit der Arbeit. Nebenher gab es immer einiges zu essen und zu trinken.
Der Film, eine Geschichte über Schicksale bei der Blocke durch die deutsche Wehrmacht von Leningrad ( so hieß Petersburg während es Krieges ) – so heiß dann auch der Film:
Leningrad
Wir wurden dann einzeln ins „Tonstudio“ gebeten und mussten dann los grölen… nen riesen Spaß
„Auf sie!! Attacke!! Macht Sie nieder!! (am häufigsten genannt worden) Fürs Vaterland!!!“ und so weiter. Generell waren es Massenszenen, doch wurden wir auch zu kurzen Einzelszenen gebeten.
Im Januar soll der Film hier ins Kino kommen. Anscheinend haben auch ein paar bekannte deutsche und amerikanische Schauspieler mitgespielt (einer aus „Der Untergang“ und einer aus „Good bye Lenin“) aber ich kenn mich da net so wirklich aus.
Alles in allem hat es sehr viel Spaß gemacht und Kohle gab es dann auch noch;)

Hier noch einige Bilder ausm Studio



durch drücken des Knopfs konnte man Kommoandos in den sonst total abgedichteten Raum geben

Radek im Einsatz

kurzes Päuschen nach der harten Arbeit;)

Radek konnte es nicht lassen, und musste unbedingt an allen Knöpfen rumdrehen

für diese Spielerein vom Radek, gabs direkt ma den "buzzzzer":)

die "Stimmen" von morgen?!?!;)

Die ganze Crew

einer meiner Einsätze am Mic





mattias war fix und fertig von der Arbeit;)

Samstag, Oktober 21, 2006




Guten Morgen!!!

Es ist Samstag morgen und ich wollte an dieser Stelle mal erwähnen, dass ich gerade am frühstücken bin:)
Eigentlich ist dieses, eine Zeit zu der man(n) von einer guten Party nach Hause kommt und sich über nichts mehr freut als über sein Bett, doch leider kann ich mit dieser Vorgeschichte nicht dienen. Ich habe heute nacht mein Bett gehütet und mich in Gedanken schon mal auf den Samstag vorbereitet.

(Bild: Samstagmorgen Frühstück:)

Es wird zurzeit in allen Medien Diskutiert, warum die Russen wieder auf dem Weg sind eine Weltmacht zu sein und ihre Stärke und Macht ausbauen.
Viele vermuten, dass die Gas- & Ölvorkommen der Grund sind, andere behaupten, dass dieses auf den übermäßigen Vodka-Konsumm zurückzuführen ist,
ABER JAEIN
ich sage, es hat etwas damit zu tun, dass WIR Russen:) Samstags MORGENS zur UNI gehen und schon seeehr früh (siehe zeit) :)
SO nun kennt ihr des Pudelskerns.

Muss nun meinen Cafe zu Ende trinken

und mich dann losmachen
zur Uni

Freitag, Oktober 20, 2006

Nach 3 Wochen....
Es ist schon eine halbe Ewigkeit her, dass ich ein Lebenszeichen von mir gegeben habe..

Einige vermuteten mich schon im sibirischen Arbeitslager, aber ich kann euch beruhigen mir geht es soweit sehr gut.
Es gab die letzten 3 Wochen soo viel zu sehen und zu erleben... von Museums-Besuchen, Ausflüge außerhalb der Stadt und das Genießen des Alltages:)

Um auch ein weiteres Vorurteil über Russland vorweg zunehmen
bzw. zu bestätigen,
jaaa
Es wird hier nun kalt. Ich muss mich demnächst mal warm einkleiden gehen, denn sonst werd ich hier nicht weit kommen.
Schon große Feldherren wie der große Napoleon sind an der Kälte von Mütterchen Russland gescheitert, doch ich werde jeder Kälte trotzen und euch aus der Eiszone weiterhin berichten.

In der uni geht es heiß her. Haben zwischenzeitlich an die 3-100 unangekündigte Kontrollen geschrieben. Ist hier etwas ganz normales, ihr könnt euch vorstellen wie der Radek und ich geguckt haben, als der Dozent da vorne auf einmal etwas von Test erzählt. Haaaa, nicht nur, dass es auf russisch ist nein, dann auch noch SCHREIBEN. 13 Fragen in 20 min.. naa super. Haben das dann aber irgendwie geschafft (aber auch nur deswegen, weil wir die Fragen auch zu Hause beantworten konnten, quasi als Hausaufgabe... das ging dann irgendwie)

Bilder folgen die Tage auch.. Bloß weiß ich nicht wie viel Bilder ich posten kann...weiß das jemand von euch?

So, dass war’s erst mal
Die tage folgen noch ein paar Geschichten und wie schon gesagt auch Bilder.
Lasst euch von hören!
und wie schon der gute Ralf sacht,
Glaubt nicht, dass ich hier keine Strichliste führe, wer mir schreibt und wer nicht!!!;)